FDP-Themenabend zum Breitensport - Vereine leiden: kaum Bewegung, kaum Hilfen

Wolfenbüttel. Handballtraining im Heimatverein – verboten. Auf dem Bolzplatz kicken mit Freunden - verboten. Gymnastik in der Gruppe für den schmerzenden Rücken – verboten. Der Lockdown trifft Sportler und Sportvereine hart, das wurde sehr deutlich beim digitalen Themenabend des FDP-Kreisverbandes am vergangenen Mittwoch. Als Experten waren die FDP-Bundestagsabgeordnete und Sportpolitikerin Britta Dassler und der hauptamtliche Vorstand des MTV Wolfenbüttel Klaus Dünwald dabei.

Dünwald berichtete vor den gut 30 Teilnehmern von Mitgliederschwund und finanziellen Folgen, von Mindereinnahmen in Höhe von 185.000 Euro in nur wenigen Monaten, aber Hilfen, die nur bei 50.000 Euro gedeckelt sind. Er berichtete von Bemühungen um Hygienekonzepte, die dann doch nichts genutzt haben, vom Wegfall von Veranstaltungen und der Sorge, dass ehrenamtliche Übungsleiter nicht mehr zurückkommen könnten. All das sind Sorgen, die die Bundestagsabgeordnete Britta Dassler vielfach hört. „Viele Vereine stehen mit dem Rücken zur Wand, weil die Nothilfen vom Bund nur für Profisport vorgesehen sind.“

Die FDP-Bundestagsfraktion hatte beantragt, auch für den Breitensport Corona-Hilfen vom Bund zu gewähren. „Die anderen Fraktionen haben auch die Notwendigkeit gesehen, aber abgelehnt, weil sie meinten, wenn wir einmal damit anfangen, kommen wir da nicht mehr raus“, beklagte Dassler. Dass der Bund sich aus dem Bereich komplett zurückzieht, ist für mich der falsche Weg. Ohne Breitensport haben wir auch keinen Spitzensport mehr – und von den ganzen gesundheitlichen Aspekten rede ich da noch gar nicht.“ Gerade letztere dürften für die Krankenkassen künftig noch teuer werden, glaubt Dassler. „Mangelnde Bewegung quer durch alle Altersklassen wird viele gesundheitliche Probleme mit sich bringen.“ Björn Försterling versprach, im Landtag nachzufragen, ob die Deckelung der Hilfen vom Land nicht für Großvereine wie den MTV aufgehoben werden kann. „Bei so hohen Einnahmeverlusten sind 50.000 Euro Höchsthilfe nichts.“

Es herrschte Einigkeit darüber, dass man langsam dazu kommen müsse, ein Leben trotz Virus zu organisieren. Mit guten Hygienekonzepten, Lüftungssystemen und Tests müsse Breitensport wieder möglich werden. An einem Beispiel illustrierte Dünwald die Problematik bei den Schließungen: „In einen großen Supermarkt dürfen Kunden in dreistelliger Zahl hinein – in unserer Tennishalle, die ähnlich groß ist, dürfen wir nicht zu zweit spielen.“


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